Dentsply Sirona stoppt Verkauf von Amalgam

Das bisher deutlichste Zeichen für das Ende von Amalgam ist der Ausstieg von Dentsply Sirona, dem weltweit größten Hersteller von Dentalprodukten, aus der Produktion von Amalgamfüllungen.

In seinem Jahresbericht an die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) hat der Branchenriese in aller Stille festgestellt:

„Wir haben den Verkauf aller Amalgamprodukte seit Dezember 2020 eingestellt.“

Ausschlaggebend für Dentsply scheint die Empfehlung der FDA gewesen zu sein, die Verwendung von Amalgam in Hochrisikogruppen zu verbieten. Dentsply erklärte:

„Im September 2020 gab die FDA eine aktualisierte Empfehlung heraus, dass bestimmte Personen ein höheres Risiko für gesundheitliche Probleme durch quecksilberhaltige Amalgamfüllungen haben, wie schwangere Frauen und ihre sich entwickelnden Föten, Frauen, die eine Schwangerschaft planen, stillende Frauen und ihre Neugeborenen und Säuglinge, Kinder, insbesondere solche unter sechs Jahren, Menschen mit vorbestehenden neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Alzheimer oder Parkinson, Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion und Menschen mit einer bekannten Allergie gegen Quecksilber oder andere Bestandteile von Dentalamalgam.“

Zu Dentsply Sirona gehört auch der deutsche Hersteller Degussa, der 2001 übernommen wurde.

Über 1500 Betroffene hatten Degussa 1996 auf Körperverletzung verklagt. Der Hersteller zahlte damals 1,2 Millionen Mark in einen Fonds und finanzierte dadurch eine umstrittene Langzeitstudie, die Bedenken über die Gesundheitsschädlichkeit von Amalgam ausräumen sollte.

Weitere Informationen:

Stellungnahme zur Münchner Amalgam-Studie von Dr. Joachim Mutter. https://www.ig-umwelt-zahnmedizin.de/wp-content/uploads/Stellungnahme_Münchner_Amalgam_Studie_Mutter.pdf

Neue Leitlinie in den USA: Kein Amalgam mehr für Patienten mit neurologischen Erkrankungen und Frauen mit Kinderwunsch. https://www.ig-umwelt-zahnmedizin.de/aktuelles/neue-leitlinie-in-den-usa-kein-amalgam-mehr-fuer-patienten-mit-neurologischen-erkrankungen-und-frauen-mit-kinderwunsch/