Amalgam

Amalgam-Verbot bleibt 2020 weltweit auf dem Vormarsch

Tansania, die Philippinen, Argentinien und die Republik Moldau mit beispielhaften Fortschritten

Die Allianz für quecksilberfreie Zahnmedizin steht für die Kampagne Amalgam-Verbot 2020.

Das gerade in Kraft getretene Amalgam-Verbot für Kinder und Schwangere ist bereits ein großer Erfolg, doch darf es nur ein erster Schritt im Sinne des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sein. Wir denken, dass ein generelles Amalgam-Verbot in Deutschland längst überfällig ist und nicht mehr aufgrund von finanziellen Interessen herausgezögert werden darf.
Das kommende Jahr wird hierfür entscheidend sein!

Bis zum 01. Juli 2019 muss die Bundesregierung einen Plan mit Maßnahmen vorlegen, wie sie die Verwendung von Amalgam weiter verringern will. Aus unserer Sicht kann nur ein generelles Amalgam-Verbot in Frage kommen.

Ein akzeptabler Zeitpunkt hierfür wäre spätestens der 01. Juli 2020, wenn die Verwendung von Quecksilber in der Zahnmedizin auch im Hinblick auf andere Regularien kaum noch tragbar sein wird:

1. Ab 2020 werden Grenzwerte für die Korrosion von Quecksilber eingeführt. Sollten die generellen Grenzwerte für metallische Wirkstoffe dann auch für Amalgam gelten, wird fraglich sein, wie man eine Zulassung von Amalgam überhaupt noch rechtfertigen kann.

2. Ab 2020 werden nahezu alle anderen quecksilberhaltigen Produkte weltweit im Zusammenhang mit der Minamata Konvention verboten. Quecksilber würde dann nur noch in der Zahnmedizin als mobile „Sondermülldeponien“ verwendet oder Untertage eingelagert werden.

3. Ab 2020 tritt die Medizinprudukterichtlinie in Kraft, die vorsieht, dass Medizinprodukte prinzipiell nicht mehr als 0,1% von toxischen Zusätzen enthalten dürfen. Eine weitere Ausnahmeregelung würde dem Sinn (Telos) dieser Verordnung absolut widersprechen.

Zudem gibt es mittlerweile ausreichend alternative Füllungsmaterialien, mit denen die Versorgung der Patienten problemlos gewährleistet werden kann.

Unterstützen auch Sie die Kampagne! Weitere Informationen finden Sie unserer Partnerschaftsvereinbarung oder Sie schreiben uns an [email protected]

Die Teilnahme an der Allianz für quecksilberfreie Zahnmedizin steht eigenständigen nicht staatlichen, juristischen Personen offen, die sich für die Belange des Umwelt- und Gesundheitsschutzes engagieren.

Partner sind:

Verein zur Hilfe umweltbedingt Erkrankter e.V.

Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V.

Europäische Akademie für Umweltmedizin e. V.

Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie e.V.

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.

Internationales Institut für Kariesprophylaxe e.V.

Allianz für quecksilberfreie Zahnmedizin

     Die Allianz für quecksilberfreie Zahnmedizin steht für die Kampagne Amalgam-Verbot 2020. Das gerade in Kraft getretene Amalgam-Verbot für Kinder und Schwangere ist bereits ein großer Erfolg, doch darf es nur ein erster Schritt im Sinne des Umwelt- und Gesundheitsschutzes sein. Wir denken, dass ein generelles Amalgam-Verbot in Deutschland längst überfällig ist und nicht mehr […]

Amalgam-Füllungen, die älter als zehn Jahre sind, sollten vom  Zahnarzt geprüft werden. Dann beginnen sie, kaputt zu gehen und lösen sich zum Beispiel an der Seite auf. Dann sollten sie durch andere Füllungen ersetzt werden.

Zeichen von Quecksilberablagerungen im Körper können sich in Müdigkeit, Abgeschlagenheit, einem allgemeinen Unwohlsein, Zungenbrennen, Metallgeschmack im Mund oder gerötetem Zahnfleisch, unklaren Gelenk – und Kopfschmerzen bemerkbar machen.  Die höchste Quecksilber Exposition entsteht beim Legen und beim Herausbohren einer Amalgamfüllung. Insbesondere beim Herausbohren können kleinste Amalgampartikel in die Mundhöhle gelangen und über die Schleimhäute in den Körper aufgenommen werden. Gleichzeitig werden giftige Quecksilberdämpfe freigesetzt.

Die Amalgamentfernung funktioniert so:

1. Kofferdam: Der zu behandelnde Zahn wird durch ein spezielles Spanngummi von der Mundhöhle und den Nachbarzähnen isoliert.

2. Spezielle Absaugkanüle: Hierbei umschließt eine spezielle Kunststoffkappe (Clean-Up-System aus Schweden) den Zahn und ist mit einem leistungsfähigen Sauger verbunden.

3. Sauerstoff: Mittels einer Sauerstoff-Nasensonde ist es möglich, Sie während des Herausbohrens des Amalgams zusätzlich mit Sauerstoff zu versorgen.

4. Mundspülung: Eine spezielle Mundspülung kann Quecksilber binden, sofern doch etwas in den Rachen gelangt.

Durch spezielle Bohrer und eine niedrige Drehzahl ist für zusätzlichen Schutz gesorgt.

Sind alle Amalgamfüllungen entfernt und die Zähne mit provisorischen Füllungen versorgt, kann die Amalgamsanierung weiterhin unterstützt werden.

Während das Amalgam in Ihrem Mund war, wurde dauerhaft in sehr geringen Mengen Quecksilber über die Schleimhäute und über die Dentinkanälchen in die Blutbahn abgegeben. Die Halbwertszeit von Quecksilber beträgt etwa 30 Jahre. Dies bedeutet, dass nach 30 Jahren im Körper vorhandenes Quecksilber zu 50 % abgebaut ist. Über spezielle Komplexbildner wird das Quecksilber aus dem Körper gebunden und innerhalb von etwa 6 Monaten über den Darm ausgeschieden. Ist dies alles erreicht, können die Zähne definitiv mit neuen Füllungen aus Kunststoff, Keramik oder Gold neu und dauerhaft versorgt werden.

Sichere Amalgamentfernung

Amalgam-Füllungen, die älter als zehn Jahre sind, sollten vom  Zahnarzt geprüft werden. Dann beginnen sie, kaputt zu gehen und lösen sich zum Beispiel an der Seite auf. Dann sollten sie durch andere Füllungen ersetzt werden. Zeichen von Quecksilberablagerungen im Körper können sich in Müdigkeit, Abgeschlagenheit, einem allgemeinen Unwohlsein, Zungenbrennen, Metallgeschmack im Mund oder gerötetem Zahnfleisch, […]

Amalgam-Füllungen bestehen zu über 50% aus hoch giftigem Quecksilber. In der Zahnmedizin ist dieses Material seit seiner Einführung, Anfang des 19ten Jahrhunderts, sehr umstritten und war in den USA zeitweilig sogar verboten. Vornehmlich aus Mangel an kostengünstigen Alternativen hat sich die Verwendung jedoch durchsetzen können. Ausserdem gingen Befürworter davon aus, dass das Quecksilber in den Füllungen fest eingebunden sei. Seit einer WHO-Studie von 1991 ist jedoch bestätigt, dass Quecksilber sich ständig aus den Füllungen löst und zwar mehr, als der Mensch durch Nahrung oder Atemluft aufnimmt.
Bereits relativ geringe Mengen von Quecksilber können schwerwiegende Erkrankungen nach sich ziehen. Die Menge von freigesetztem Quecksilber aus Amalgam-Füllungen hängt dabei von der Anzahl und ihre Beschaffenheit ab. Die Oberfläche sollte poliert und glatt sein, jedoch nutzt sie sich auch nach guter Anfertigung mit der Zeit ab. Im Mund löst sich das Quecksilber ins Besondere beim Kauen oder Zähneknirschen sowie beim Verzehr von heißen Speisen oder bei sehr sauren Bedingungen. Ausserdem wird Quecksilber durch Korrosion und elektrochemische Vorgänge bei Anwesenheit von anderen Metallen freigesetzt. Die höchste Exposition durch Quecksilber aus Amalgam-Füllung entsteht jedoch bereits beim Anmischen und Legen der Füllungen sowie beim Herausbohren.(Beim Entfernen sollte daher darauf geachtet werden, dass kein Diamantbohrer mit hoher Drehzahl verwendet wird, sondern geeignete Instrumente, um mit geringem Anpressdruck möglichst große Füllungsfragmente zu lösen).

 

Wie entfaltet das Quecksilber aus Amalgamfüllungen seine toxische Wirkung?

Die toxischen Wirkungen werden kaum direkt vom elementaren Quecksilber verursacht, sondern viel mehr von den Quecksilberverbindungen, die daraus entstehen. Bei vergleichbarer Belastung wächst die Toxizität in der Reihe anorg. Hg(I) < anorg. Hg(II) < org. Hg(II) an.

•Quecksilberverbindungen reagieren mit SH-Gruppen von Proteinen(z. B. Enzymen in den Nierentubuli) wodurch zum einen deren Funktion gestört wird und zum anderen ein neues, dem Immunsystem bisher unbekanntes Protein entsteht, welches eine Autoimmunreaktion auslösen kann.
•Quecksilberverbindungen schädigen Membranen und reagieren mit Amino-gruppen, wie z. B. Nukleinsäuren, was zu einer Reduzierung des RNA-gehaltes in der Zelle führt.
•Quecksilber bindet wesentlich fester als Zink an das Trägerprotein Metallothionin, an dem Zink intrazellulär gebunden ist und verdrängt es aus der Zelle.
•Quecksilber bindet stark an Selen, wodurch ein Selenmangel entstehen kann und eine verminderte Funktion selenabhängiger Enzyme, die in nahezu allen Organen vorkommen, also Störungen verschiedener Organsysteme.
(z.B. Funktionsstörungen der Schilddrüse oder Unfruchtbarkeit des Mannes)
•Quecksilber, welches an Selen zu Quecksilberselenid gebunden ist, kann vom Körper nicht mehr ausgeschieden werden und reichert sich vornehmlich im Gehirn an.

 

Welche Formen von Quecksilber gibt es?

1. Elementares-metallisches-Quecksilber•Hg(0)

Elementares Quecksilber entweicht als Dampf aus den Füllungen und kann über die Atemorgane in die Blutbahn gelangen. Quecksilberdämpfe schlagen sich aber auch auf der Nasenschleimhaut nieder und gelangen von dort direkt in das Gehirn und die Hypophyse. Transportwege sind dabei die olfaktorischen Nerven oder das Venensystem des Kopfes. Im Speichel gelöst kann der Quecksilberdampf auch nach Verschlucken über den Magen-Darm-Trakt resorbiert werden. Allerdings nur zu einem geringen Prozentsatz solange die Barrierefunktion der Darmschleimhaut intakt ist.
In der Lunge wird ca. 80% des eingeatmeten Quecksilbers (fettlöslich) vom Blut aufgenommen, das sich im gesamten Körper verteilt , wo es die meisten Zellmembranen sowie die Blut-Hirn-Schranke und die Plazenta leicht passiert. In den Erythrozyten und den Organen (vor allem Leber und Gehirn) wird dann metallisches zu anorganischem Quecksilber(Hg2+) oxidiert. Da es zwar als Hg(0) die Bluthirnschranke passiert, jedoch nach der Oxidation nicht mehr aus dem Gehirn entweichen kann, akkumuliert es dort.
Eine chronische Exposition von Quecksilberdampf kann zu Polyneuropahtien (Nervenschädigungen) wie Zittern, Wahnvorstellungen, Gedächtnisverlust und neurokognitiven Störungen führen. Darüber hinaus kann eine langfristige Exposition zu Nierenschädigungen führen. Es wird angenommen, dass die letztlich neurotoxische Komponente nach der Exposition gegenüber Quecksilberdampf Hg2+ ist. Nach inhalativer Aufnahme wird elementares überwiegend mit dem Stuhl und Urin ausgeschieden.

2. Anorganisches Quecksilber • (Hg2++) / (Hg2+)

Anorganische Quecksilberverbindungen können Quecksilber entweder in der Oxidationsstufe I (Hg2++) oder II (Hg2+) enthalten.
Es akkumuliert am stärksten in der Niere, gebunden an Metallothionein, (50 % der gesamten Hg-Körperlast), gefolgt von der Leber. Der auffälligste Effekt ist die Nekrose der Nierentubuli. Ist die Niere erst einmal geschädigt entsteht ein Teufelskreis, denn dadurch wird auch wiederum die Quecksilberausscheidung eingeschränkt.
Weiterhin sind Wirkungen auf Blutdruck und Herzschlag bekannt, Schädigung des Magens, Wirkung auf das Immunsystem (insbesondere bei sensiblen Personen) oder Schädigung des Nervensystems (psychopathologische Veränderungen).

3. Organisches Quecksilber • (R-Hg+)

Alkyl-Hg-Verbindungen werden zu 90% in die Erythrozyten aufgenommen und verteilen sich gleichmäßig im ganzen Körper. In den Bindegeweben wird es langsam zu anorganischem Quecksilber umgesetzt.

4. Methylquecksilber

Quecksilber wird durch anaerobe Bakterien in Methylquecksilber umgewandelt. Dies geschieht vornehmlich in Oberflächengewässern. Der Mensch nimmt das Methylquecksilber daher hauptsächlich durch die Nahrung in Form von Fisch und Meerestieren auf.
Allerdings kann eine Methylierung auch durch Mikroorganismen wie Staphylokokken, Streptokokken, E.Coli oder Candida Albicans in Mund und Darm (mit Hilfe von Methylcobalamin (Derivat des Vitamins B12)) stattfinden. Methylquecksilber ist die giftigste Form des Quecksilbers. Eine neue Studie hat belegt, dass auch die Konzentration von Methylquecksilber im Körper mit der Anzahl der Amalgamfüllungen korreliert.

(University of Giorgia, 15.000 Probanden, https://www.sciencedaily.com/releases/2016/09/160927143042.htm)

Die Ausscheidung von MeHg+ erfolgt über die Gallensäure, welche zum größten Teil im terminalen Illeum rückresorbiert wird. Bei der Darmpassage demythiliert ein weiterer Anteil durch Darmbakterien zu Hg2+ welches auch zu 10% rückresorbiert wird und sich im Körper anreichert.

 

 

 

 

Amalgam-Toxikologie

Amalgam-Füllungen bestehen zu über 50% aus hoch giftigem Quecksilber. In der Zahnmedizin ist dieses Material seit seiner Einführung, Anfang des 19ten Jahrhunderts, sehr umstritten und war in den USA zeitweilig sogar verboten. Vornehmlich aus Mangel an kostengünstigen Alternativen hat sich die Verwendung jedoch durchsetzen können. Ausserdem gingen Befürworter davon aus, dass das Quecksilber in den […]

Komposit als dauerhafte Alternative

  • SCENIHR: Die Langlebigkeit der zahnärztlichen Reparaturen mit alternativen Materialien im Seitenzahnbereich wurde mit der Weiterentwicklung dieser Materialien und der steigenden Vertrautheit mit den effektiven Techniken durch die Behandelnden verbessert. Aktuelle Studien aus den Niederlanden, Schweden und Dänemark konnten sehr gute Langzeitergebnisse in klinischer Effektivität von Kompositrestaurationen im Seitenzahnbereich nachweisen, mit ähnlicher oder besserer Langlebigkeit wie Amalgam. [i]
  • Der von der Europäischen Kommission angeforderte BIOIS-Bericht 2012 kommt zu dem Schluss: Angesichts der Ergebnisse neuerer Studien, in denen die Langlebigkeit verschiedener Materialien verglichen wurde, wird in der vorliegenden Studie davon ausgegangen, dass die Langlebigkeit von quecksilberfreien Füllungen nicht länger ein Faktor ist, der die Gesamtkostendifferenz zwischen Zahnamalgam und Composite- oder Glasionomer-Restaurationen signifikant beeinflusst. [ii]
  • Komposite halten in
    7% der Fälle 5 Jahre und 82.2% der Fälle 10 Jahre
    Amalgame halten in
    89.6% 5 Jahre und 79.2% 10 Jahre
    Opdam et. al (veröffentlicht in Dental Materials, 2007)[iii]
  • Neuste Studien zeigen, dass Komposite nicht nur so lange halten wie Amalgam, sondern auch eine insgesamt höhere Survival-Rate haben[iv]
  • Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hebt die Vorteile von quecksilberfreien Zahnrestaurationsmaterialien zur zukünftigen Verwendung bei der Zahnrestauration hervor. Dort heißt es  jüngste Daten würden nahelegen, dass sich RBCs [harzbasierte Komposite] ebenso gut eignen wie Amalgam – und zusätzliche Vorteile für die Mundgesundheit haben, denn die Verarbeitung adhäsiver Kunstharzmaterialien ermöglichen eine geringere Abtragung gesunder Zahnsubstanz und damit ein längeres Überleben des Zahnes. Behörden und Verbände sollten die Initiative ergreifen und den Ersatz von Amalgam als Material der Wahl für Seitenzähne durch Adhäsivsysteme fördern.
[i] European Commission Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks (SCENIHR), Final opinion on the safety of dental amalgam and alternative dental restoration materials for patients and users (29 April 2015), https://ec.europa.eu/health/scientific_committees/emerging/docs/scenihr_o_046.pdf
[ii] BIO Intelligence Service (2012), Study on the potential for reducing mercury pollution from dental amalgam and batteries, Final report prepared for the European Commission-DG ENV, https://ec.europa.eu/environment/chemicals/mercury/pdf/Final_report_11.07.12.pdf, p.69
[iii] Opdam NJ, Bronkhurst EM, Roeters JM, Loomans BA. A retrospective clinical study on longevity of posterior composite and amalgam restorations. Dent Mater 2007;23(1):2-8, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16417916
[iv] N.J.M. Opdam, E.M. Bronkhorst, B.A.C. Loomans, and M.-C.D.N.J.M. Huysmana, 12-Year Survival of Composite vs. Amalgam Restorations, Journal of Dental Research (October 2010), Vol. 89, 10: pp. 1063-1067, https://jdr.sagepub.com/content/89/10/1063.abstract

Qualität von alternativen Füllungsmaterialien

Komposit als dauerhafte Alternative SCENIHR: Die Langlebigkeit der zahnärztlichen Reparaturen mit alternativen Materialien im Seitenzahnbereich wurde mit der Weiterentwicklung dieser Materialien und der steigenden Vertrautheit mit den effektiven Techniken durch die Behandelnden verbessert. Aktuelle Studien aus den Niederlanden, Schweden und Dänemark konnten sehr gute Langzeitergebnisse in klinischer Effektivität von Kompositrestaurationen im Seitenzahnbereich nachweisen, mit ähnlicher […]

Vorbild Amalgam-Verbot in Schweden[i]

Auf dem Weg zu einem Amalgamverbot hielt sich jahrzehntelang hartnäckig das Argument es gäbe keine alternativen Füllungsmaterialien, die bezüglich der Belastbarkeit und Lebensdauer vergleichbar mit Amalgam seien. Versorgungen aus Gold- beziehungsweise Keramikfüllungen für die breite Bevölkerungsschicht sind zu teuer. Mittlerweile sind Kunststofffüllungen als Alternativen jedoch so weit entwickelt worden, dass sie ähnliche Eigenschaften aufweisen und auch die Kosten vergleichbar sind. Aus diesem Grund konnte in Schweden 2009 ein Amalgamverbot durchgesetzt werden, ohne dass die Ausgaben für die Zahnversorgung gestiegen wären. Schon 1999 hatte Schweden den ersten Versuch unternommen Amalgam zu verbieten und scheiterte damals noch an den Maastrichter Verträgen. Trotz des offiziellen schwedischen Gutachtens Zahnmaterialien und Gesundheit von 2003 mit dem Urteil, dass Amalgam aus medizinischen Gründen verboten werden sollte, blieb auch ein Verbot durch das Gesundheitsministerium aus. (Inoffiziell wird bestätigt, dass ein Verbot aufgrund direkter Gesundheitsgefährdung das Gesundheitsministerium in die Verantwortung ziehen würde und es somit zu Schadensersatzansprüchen und Kostenerstattungsansprüchen für Amalgamentfernungen kommen könne.) Am 15. Januar 2009 kam es dann zu einer eleganten Lösung für die schwedische Regierung. Das Umweltministerium entschied, den Gebrauch von Quecksilber generell zu verbieten, womit Amalgam einbegriffen war. Norwegen und Dänemark (mit kleinen Einschränkungen) hatten 2008 bereits ein Amalgamverbot erfolgreich umgesetzt. Nun rief Schweden andere Staaten auf, seinem Beispiel zu folgen.

[i] umwelt · medizin · gesellschaft, Gesundheitsrisiko Amalgam: Verbot in Sicht?(2016)
https://www.deguz.de/files/DEGUZ/Sonstiges/Gesundheitsrisiko_Amalgam.pdf

Vorbild Amalgam-Verbot in Schweden

Vorbild Amalgam-Verbot in Schweden[i] Auf dem Weg zu einem Amalgamverbot hielt sich jahrzehntelang hartnäckig das Argument es gäbe keine alternativen Füllungsmaterialien, die bezüglich der Belastbarkeit und Lebensdauer vergleichbar mit Amalgam seien. Versorgungen aus Gold- beziehungsweise Keramikfüllungen für die breite Bevölkerungsschicht sind zu teuer. Mittlerweile sind Kunststofffüllungen als Alternativen jedoch so weit entwickelt worden, dass sie […]

Die Kernproblematik bei der Kostenverteilung

  • Die Regelversorgung in Deutschland sieht vor, dass jeder Patient Anspruch auf kostenlosen Zahnersatz hat. Der Patient kann aber wählen, ob er eine Regelversorgung in Anspruch nehmen will, oder ob er eine gleichartige Versorgung oder andersartige Versorgung als Zahnersatz bevorzugt. Der Anspruch des Patienten auf einen Festzuschuss zur Regelversorgung bleibt ihm – unabhängig von der gewählten Versorgungsform − erhalten.
  • Amalgam ist die Regelversorgung im Seitenzahnbereich und wird mit ca. 28 – 51 € (32-58 Punkten) von den Krankenkassen erstattet.
  • Eine haltbare Alternative zu Amalgam ist die Kompositfüllung, welche von Zahnärzten mit etwa 100-150€ berechnet wird, wovon der Patient die Differenz zur Regelversorgung über die Mehrkostenregelung an den Zahnarzt selbst bezahlt.
  • Sollte Amalgam bei einem Patienten absolut kontraindiziert sein (nachgewiesene Allergie oder Nierenschaden), erstatten die Krankenkassen die Positionen e,f,g der BEMA von 46-74 € (52-84 Punkten) je nach Anzahl der Oberflächen.
  • Da nur noch rund 20% aller Zahnärzte in Deutschland mit Amalgam arbeiten und die Abneigung bei Patienten gegen Amalgam aufgrund gesundheitsgefährdender Risiken und der Ästhetik gestiegen ist, kommen immer häufiger auch kostengünstigere Alternativmaterialien, vor allem bei sozial schwächere Patienten, zum Einsatz. Die Qualität und Lebensdauer von Kompomeren oder Glasionomerzementen hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Sie werden jedoch nach wie vor nur als vorübergehende Füllung angesehen.

Bei einer Anpassung des Leistungskatalogs in der Weise, dass die finanzielle Belastung des Gesundheitssystems auf der Basis der verbliebenen 10% Amalgam-Füllungen beschränkt werden, würden die Gesamt-Zusatzkosten auf 120 bis 130 Mio. EUR limitiert bleiben, z.B. indem die Vergütung für die Zahnärzte zwar erhöht, bei Zahnfüllungen aber auf ein System mit Festzuschuss umgestellt wird, wie das seit 2005 auch schon bei Zahnersatz der Fall ist (GKV-Spitzenverband o.J.).

>>Weitere Informationen zu diesem Thema

Problematik der Kostenverteilung in Deutschland

Die Kernproblematik bei der Kostenverteilung Die Regelversorgung in Deutschland sieht vor, dass jeder Patient Anspruch auf kostenlosen Zahnersatz hat. Der Patient kann aber wählen, ob er eine Regelversorgung in Anspruch nehmen will, oder ob er eine gleichartige Versorgung oder andersartige Versorgung als Zahnersatz bevorzugt. Der Anspruch des Patienten auf einen Festzuschuss zur Regelversorgung bleibt ihm […]