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COP 2 MinamataKonvention in Genf, 19.-23. November 2018

Genf, 22. November 2018 – Nahezu 150 Länder, davon 101 Vertragsparteien des Minamata-Übereinkommens von Quecksilber, trafen sich diese Woche in Genf, um ihre Anstrengungen zur Verringerung und Beseitigung der nachteiligen Auswirkungen von Quecksilber zu verstärken.
Ein neuer Bericht zeigt, dass die weltweiten Quecksilberemissionen in der Atmosphäre zwischen 2010 und 2015 um rund 20% angestiegen sind. […]

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COP 2 MinamataKonvention in Genf, 19.-23. November 2018

Genf, 22. November 2018 – Nahezu 150 Länder, davon 101 Vertragsparteien des Minamata-Übereinkommens von Quecksilber, trafen sich diese Woche in Genf, um ihre Anstrengungen zur Verringerung und Beseitigung der nachteiligen Auswirkungen von Quecksilber zu verstärken.
Ein neuer Bericht zeigt, dass die weltweiten Quecksilberemissionen in der Atmosphäre zwischen 2010 und 2015 um rund 20% angestiegen sind. Quecksilber ist ein bedrohliches und ernst zu nehmendes Verschmutzungsproblem und sehr gefährlich für die menschliche Gesundheit und die Umwelt. weiter…

„Let’s make dental amalgam history“

Das zweite Treffen der Konferenz der Vertragsparteien des Minamata-Übereinkommens über Quecksilber hat vom 19. bis 23. November 2018 im Internationalen Konferenzzentrum in Genf, Schweiz, stattgefunden.

In den Diskussionen in Gruppen und im Plenum wurden mehrere Themen in Bezug auf Quecksilberabfälle, Lagerung und geeignete Techniken für die Endlagerung aufgegriffen.

Generell gibt es nur in den wenigsten Ländern sichere Orte, an denen Quecksilber-Abfälle aus dem Haushalt oder dem Krankenhaus gelagert werden können.

Obwohl der Gebrauch von den meisten quecksilberhaltigen Produkten aus Krankenhäusern und Gesundheitszentren verboten wurde, werden Thermometer, Krankenhausausrüstungen, zahnmedizinische Amalgame, flüssiges Quecksilber für Amalgame, und Glühbirnen immer noch an denselben Orten gelagert und haben immer noch keinen sicheren Ort zur Aufbewahrung.

Zudem gibt es keine mittel- oder langfristigen Lösungen für die vorübergehende Lagerung oder die Dekontaminierung von quecksilberhaltigen Abfällen.

Als eine direkte Folge werden die meisten quecksilberhaltigen Produkte zusammen mit dem Hausmüll entsorgt und landen in der Umwelt oder auf Deponien, die nicht für medizinische Quecksilberabfälle geeignet sind. Quecksilber verflüchtigt sich schnell und kann sich daher leicht und weit verbreiten. Über die Böden oder die Gewässer gelangt es als Methylquecksilber wieder in unsere Nahrungskette. Quecksilber ist hoch neurotoxisch.

Andere Quecksilberabfälle, wie z. B. Dentalamalgame, gelangen zu einem Großteil direkt über die Abwässer in die Umwelt oder werden zu einem Umweltproblem, wenn die Patienten mit den Amalgamfüllungen nach dem Ableben eingeäschert oder begraben werden. Dadurch wird Quecksilber in die Luft, Wasser und den Boden freigesetzt.

In anderen Fällen lagern bestimmte öffentliche und private Einrichtungen Abfälle mit Quecksilber ein, während sie auf die endgültigen Verfügungen warten. Leider sind solche Zwischenlagerungen oft nicht ausreichend für die Langzeitlagerung geeignet und Behälter können zerbrechen wodurch die Mitarbeiter der Einrichtung den giftigen Dämpfen ausgesetzt werden.

Da die meisten quecksilberhaltigen Produkte bereits von dem Minamata-Abkommen reguliert werden und Dental Amalgam jetzt bei weitem den höchsten Gebrauch ausmachet und zur Umweltproblematik durch Amalgamabfälle beiträgt, hat die afrikanische Region eine Änderung des Anhangs A des Übereinkommens über Quecksilberhaltige Produkte vorgelegt.

Von der Weltgemeinschaft wird erwartet, die Änderung des Anhangs zu unterstützen, die Umweltverschmutzung einzudämmen und alle gefährdeten Gruppen, insbesondere Kinder und Frauen im gebärfähigen Alter zu schützen. In vielen Ländern und Regionen ist dies bereits der Fall und andere sind auf einem guten Weg, Amalgam für diese Bevölkerungsgruppen zu verbieten.

Der Weltverband für quecksilberfreie Zahnmedizin begrüßt und unterstützt den Vorschlag der afrikanischen Länder. Die Abschaffung der Verwendung von Zahnamalgamen sollte für das Minamata-Übereinkommen eine Priorität sein, auch da Artikel 16 „Gesundheitliche Aspekte“ enthält. Es sollte betont werden, dass das Minamata-Übereinkommen das einzige Abkommen ist, das einen bestimmten Artikel zum Thema Gesundheit enthält.

Together we can make dental amalgam history.

Smarty-DerKlugeZahn

 

Strategietagung Amalgam-Verbot in Berlin

 

am 20./21. November haben die World Alliance for Mercury Free Dentistry und die IG Umwelt Zahn Medizin in Berlin eine internationale Strategietagung veranstaltet, um die weiteren Schritte auf dem Weg zum Ende von Amalgam zu planen.

Neue Bestimmungen zur Verwendung von quecksilberhaltigen Produkten führen dazu, dass besonders die Verwendung von Amalgam in der Zahnmedizin überdacht werden muss. Andere quecksilberhaltige Produkte, für welche bereits gleichwertige Alternativen bestehen, werden ab 2020 verboten. Dies gilt beispielsweise für quecksilberhaltige Batterien, Schalter und Relais, bestimmte Lampentypen sowie Messgeräte wie Barometer, Manometer, Thermometer aber auch Seifen und Kosmetika. Ausserdem dürfen laut der neuen Medizinprodukterichtlinie ab dem 01.07.2020 Medizinprodukte nur noch maximal 0,1% giftige Bestandteile enthalten. Amalgam besteht zu 50 Prozent aus Quecksilber und führt damit zu Belastungen für Umwelt und Gesundheit.

Ab dem 01.07.2018 wird Amalgam nun für Kinder unter 15 Jahren und schwangere sowie stillende Frauen verboten und bis zum 01.07.2019 muss jeder EU-Mitgliedstaat einen Plan vorlegen mit dem die Verwendung von Amalgam weiter verringert wird. Aus diesem Anlass haben wir Vertreter der relevanten Interessengruppen (Politik, Krankenkassen, Zahnärzte & Patienten) zu einem Runden Tisch in Berlin eingeladen.

Aus den konstruktiven Gesprächen am Runden Tisch sind bereits vielversprechende Lösungsansätze hervorgegangen. Wir fordern daher für 2019 eine Verordnung, in Deutschland Amalgam zum 01.07.2020, generell zu verbieten. Deutschland kann die Amalgamnutzung vorzeitig beenden. Die Verwendung ist jetzt schon sehr niedrig und die Zahnärzte sind nicht mehr darauf angewiesen. Alles, was wir brauchen, ist eine faire Kostenerstattung für Krankenkassen, Zahnärzte und Patienten.

>>Ergebnisse des runden Tisches

>>Fotos von der Veranstaltung

Teilnehmer des Runden Tisches:

Stefan Eck, federführender Abgeordneter des Europäischen Parlaments bei den Ratifizierungsverhandlungen der Minamatakonvention zur Eindämmung der Quecksilberemission,
Abgeordneter der Europäischen Linken im Europaparlament(GUE/NGL), Umweltausschuss ENVI
Andreas Brandhorst, Referatsleiter für Vertragszahnärztliche Versorgung, Heilmittel- und Hilfsmittelversorgung und wirtschaftliche Fragen des Rettungsdienstes, Bundesministerium für Gesundheit
Andreas Herforth, Referent zahnärztliche Versorgung, Techniker Krankenkasse
Lutz Höhne, Vorstandsvorsitzender, Deutsche Gesellschaft für Umwelt-Zahnmedizin (DeGUZ e.V.)
Jonas Wille, Mitarbeiter des Umweltausschuss im Bundestags ehemals von Peter Maiwald jetzt von Daniela Wagner, Bündnis 90/Die Grünen,
Prof. Dr. Wolf-Dieter Müller, Leiter des Bereichs zahnärztliche Werkstoffkunde und Biomaterialforschung, Charité – Berlin
Dr. Silvia Pleschka, Dipl. Chemikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Deutschen Allergie- und Asthmabundes e.V., DAAB-Büro Berlin, Sprecherin der Women Engage for a Common Future
Dr. Andreas Lozert, Mitglied im Vorstand und Arbeitskreis Zahnmedizin, Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxikologie (DGUHT e.V.)

Reinhard Lauer, Bundesverband der Beratungsstellen für Umweltgifte, insbesondere Amalgam, Schwermetalle und Holzschutzmittel e.V.
Florian Schulze, Interessengemeinschaft Umwelt Zahn Medizin