Veranstaltungen

UN Minamata Konvention über Quecksilber

Aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie wird die vierte Konferenz der Vertragsparteien der Minamata-Konvention über Quecksilber (die COP4) in zwei Teilen stattfinden: ein erster Online-Teil im Zeitraum vom 1. bis 5. November 2021 und ein zweiter Präsenz-Teil  im ersten Quartal 2022 in Bali, Indonesien.

Ein wichtiger Diskussionspunkt wird die Verringerung der Verwendung von Amalgamfüllungen sein, zu dem sowohl die Europäische Union, als auch die Afrikanische Region einen Vorschlag eingereicht haben.

Die Europäische Union setzt sich dafür ein, dass die in Europa bereits bestehenden Maßnahmen in den internationalen Vertrag aufgenommen werden sollen:

Bis zum 1. Januar 2024 sorgen die Vertragsparteien dafür,

  1. dass Dentalamalgam nur noch in vordosierter, verkapselter Form verwendet wird;
  2. dass die Verwendung von Quecksilber in loser Form durch Zahnärzte verboten wird;
  3. dass Betreiber zahnmedizinischer Einrichtungen, in denen Dentalamalgam verwendet wird oder Dentalamalgamfüllungen oder solche Füllungen enthaltende Zähne entfernt werden, ihre Einrichtungen mit Amalgamabscheidern mit einer Abscheideleistung von 95%2zur Rückhaltung und Sammlung von Amalgampartikeln, auch von im Abwasser enthaltenen Partikeln, ausstatten;
  4. dass die Verwendung von Dentalamalgam für die zahnärztliche Behandlung von Milchzähnen, von Kindern unter 15 Jahren und von Schwangeren oder Stillenden nicht mehr zugelassen ist, es sei denn, der Zahnarzt erachtet eine solche Behandlung wegen der spezifischen medizinischen Erfordernisse bei dem jeweiligen Patienten als zwingendnotwendig.

 

Der Afrikanische Vorschlag sieht hingegen einen generellen Ausstieg bis 2029 in vier Schritten vor. (Die Einführung  einer Amalgamabscheiderpflicht ist in den meisten Entwicklungsländern wirtschaftlich nicht umsetzbar für einen generellen Ausstieg der Verwendung von Amalgam stehen hingegen ausreichend Alternativen zur Verfügung.)

  1. Bis zum 1. Januar 2023 gibt jede Vertragspartei eine Mitteilung heraus, in der sie empfiehlt, bei Kindern und Frauen im gebärfähigen Alter nur quecksilberfreie Zahnfüllmaterialien zu verwenden.
  2. Bis zum 1. Januar 2025 legt jede Vertragspartei einen nationalen Plan mit den Maßnahmen vor, die sie zur schrittweisen Einstellung der Verwendung von Zahnamalgam durchzuführen beabsichtigt. Die Vertragsparteien machen ihre nationalen Pläne im Internet öffentlich zugänglich und übermitteln sie dem Sekretariat.
  3. Bis zum 1. Januar 2027 wird die Herstellung und Einfuhr von Amalgam eingestellt. Um Ausnahmen zu berücksichtigen und den Übergang zur quecksilberfreien Zahnmedizin zu ermöglichen, können die Vertragsparteien den Verkauf im Inland noch zwei Jahre lang zulassen.
  4. Bis zum 1. Januar 2029 wird der inländische Verkauf von Amalgam innerhalb der Länder, wie in Punkt 3 oben festgelegt, ebenfalls eingestellt.